Hafermehl-Biskuit-Rezept: 🍀Glyx-Index-Konform und glutenfrei

Sondernewsletter zu den 🐣Ostervorbereitungen: Genussvoll backen trotz EinschrĂ€nkungen. Dieser Artikel zeigt die medizinisch-physiologische Sicht auf eine insulinbewusste Zutatenwahl bei Mehl und Zucker – mit entscheidenden Unterschieden fĂŒr den Stoffwechsel. Lecker & gelungen ohne Weizenmehl!

Hafermehl-Biskuit-Rezept: 🍀Glyx-Index-Konform und glutenfrei
Bild-Quelle: Stefanie Rahner

Im vergangenen Winter startete ich mit dem individuellem und auf mich zugeschnittenem gesund + aktiv ErnĂ€hrungsplan (fĂŒr mich selbst und in meinem Praxisangebot), der den Fokus auf insulinreduzierte Lebensmittel legt (Glyx-Index-Konform) und ich bin davon begeistert und habe Freunde auch ĂŒberzeugt. Und die kamen dann zum Feiern. Auch ein Gast mit Zöliakie kam. Was biete ich nun an um etwas möglichst konformes zu zeigen? Es bestand noch ein Wunsch nach SchwarzwĂ€lder Kirsch Torte.

Zutatenauswahl

Mehl

Ich habe mich fĂŒr Hafermehl entschieden. Denn ich möchte eine blutzuckerstabile ErnĂ€hrung ohne starke Insulinspitzen, dafĂŒr mit gleichmĂ€ĂŸigem Blutzucker, sozusagen eine insulinbewusste ErnĂ€hrung. Daher fallen glutenfreie (GF) Mehlmischungen mit typischen Zutaten wie MaisstĂ€rke , Maismehl , Reismehl , Linsenmehl und modifizierte TapiokastĂ€rke aus! Im Kontext Insulinresistenz*, Diabetes und Blutzucker wird hĂ€ufig zu Hafer geraten. Erfreulicherweise hat mit eine KI auch Hafermehl mit seinen Backeigenschaften fĂŒr Biskuit empfohlen.

Kleiner Exkurs: GF Fertigprodukte wie Nudeln, Brötchen, usw. haben auf Ihrer Zutatenliste noch „Emulgator: Mono- und Diglyceride von SpeisefettsĂ€uren“ Daher habe ich in den letzten Jahren, sofern ich glutenfrei essen wollte (Hype bedingt) auf z.B. auf italienische Nudeln aus 100% Buchweizen anstatt GF-Produkte zurĂŒckgegriffen. Ob nun Buchweizen fĂŒr einen gut geeignet ist oder nicht gut geeignet, ist eine andere Frage – das lernte ich 2025 ĂŒber das gesund + aktiv Programm kennen: welche Lebensmittel passen in deinen individuellen Stoffwechsel. Das Prinzip zeigt dir das folgende Video.

Quelle: gesund + aktiv

Zucker

Ich habe mich fĂŒr KokosblĂŒtenzucker entschieden. Auch wenn viele den Geschmack von Kokos nicht mögen: KokosblĂŒtenzucker schmeckt nicht nach Kokos, sondern eher leicht karamellig. Ein Vorteil ist sein relativ niedriger glykĂ€mischer Index, das heißt, der Blutzucker steigt langsamer an als bei der gleichen Menge Haushaltszucker. Allerdings ist die SĂŒĂŸkraft etwas geringer, sodass man fĂŒr die gleiche SĂŒĂŸe meist etwas mehr benötigt.

GrundsÀtzlich lohnt sich ein kurzer Blick darauf, wie Zucker im Körper wirkt:

  • Brauner Zucker oder Roh-Rohrzucker: ein verbreiteter Irrtum ist, dass Rohrohrzucker oder „Bio-Zucker“ (oft braun) deutlich gesĂŒnder sei. Chemisch handelt es sich genauso um Saccharose C₁₂H₂₂O₁₁ wie beim klassischen RĂŒbenzucker – der Unterschied liegt eher im Geschmack und in minimalen Reststoffen. Brauner Zucker ist weniger raffiniert, das heiß im Endprodukt, es sind weniger Mineralstoffe verloren gegangen. Aber: brauchst du diese aus dem Zucker? Das Fazit ist, brauner Zucker hat keine relevante gesundheitliche bessere Wirkung als weißer Zucker.

  • Glukose: das ist Traubenzucker, er geht direkt ins Blut (der Prozess heißt Glykolyse), erhöht den Blutzucker und fĂŒhrt zur AusschĂŒttung des Hormons Insulin welches in der BauchspeicheldrĂŒse gebildet wird. Nur mit Insulin kann der Zucker in die Zellen aufgenommen werden. Warum soll man nun insulinsparsam essen? Jedes mal wenn Insulin produziert wird, bedeutete das Arbeit fĂŒr deine BauchspeicheldrĂŒse - damit wird sie irgendwann erschöpft und arbeitet weniger zuverlĂ€ssig. Der Weg geht von einer Insulinresistenz* zu Diabetes 2 als langfristige Folge. Insulin beeinflusst u. a. Cortisol und Sexualhormone wie Östrogen und Testosteron – mit möglichen Folgen wie erschwerte Stressregulation, Zyklusbeschwerden oder Wechseljahresbeschwerden.

  • Fruktose: das ist Fruchtzucker, dieser wird dagegen ĂŒberwiegend in der Leber verarbeitet und benötigt kein Insulin. In grĂ¶ĂŸeren Mengen kann Fruktose jedoch die Fettbildung in der Leber fördern (Fettleber; NAFDL Non Alcoholic Fat Lever Disease). Daher heißt es meist "zwei HĂ€nde FrĂŒchte am Tag"; geschickt wĂ€re ein "maximal" in den Satz einzubauen.

  • Glukoneogenese: der Körper ist in der Lage, ĂŒber die sogenannte Glukoneogenese selbst aus AminosĂ€uren, MilchsĂ€ure und aus (eingelagerten) Fetten Glukose (wieder) herzustellen, was zeigt, dass wir nicht auf große Zuckermengen angewiesen sind. Obwohl Glukose elementar fĂŒr Zellen ist, ein Grund warum Unterzuckerung so gefĂ€hrlich sein kann.

  • Sirupe: Besonders kritisch sehe ich stark verarbeitete Sirupe, vor allem solche mit hohem Fruktoseanteil wie Maissirup (High Fructose Corn Syrup) oder Agavendicksaft. Dazu gibt es eine interessante Folge im Podcast „Besser leben“ von Bayern 1, die ich an dieser Stelle gerne empfehle (siehe unten).

Unterm Strich gilt: Nicht jeder Zucker wirkt gleich im Körper – aber entscheidend ist vor allem die Menge und der Umgang damit. Am gesĂŒndesten ist möglichst wenig Zucker zu verwenden, stattdessen andere Energiequellen wie AminosĂ€uren und gute Fette. Sowie das Einhalten von Esspausen von vier bis fĂŒnf Stunden.

Sahne und Kirschen fĂŒr die SchwarzwĂ€lder Kirsch

  • Schmand & Sahne: 500 g Sahne mit 200 g Schmand fand ich in einem Rezept. Sahne enthĂ€lt Carrageen (E407), die Studienlage dazu ist unterschiedlich. Schmand hat weniger Fett als Sahne. Somit habe ich das experimentell ĂŒbernommen, da ich jedoch mehr Masse gemacht habe, habe ich von allem etwas mehr genommen und ggf. dann auch ca. 1:1, also den Schmand anteil erhöht 
einfach nach Geschmack😉. Dieser hat auch bei meinen GĂ€sten gepunktet „es ist schön frisch, nicht so sĂŒĂŸâ€œ.
  • Etwas Vanillezucker: mein Vanillezucker kommt aus einem Schraubglas mit Haushaltszucker und echten Vanilleschoten; das wird immer wieder aufgefĂŒllt und die Schoten halten ewig (sind ja auch gut konserviert) ist langfristig gĂŒnstiger und bringt keine Fragen auf, was auf Vanillin denn ĂŒberhaupt ist.
  • Gelatine (Pulver): ich hatte noch Sahnesteif und hab aufgrund des Zöliakie Gastes die Packung gelesen 😅 und Weizen gefunden. UnabhĂ€ngig von meinem Gast. Brauche ich Weizen in der Sahne? Nein! Ich habe mich fĂŒr klassische Gelatine entschieden, die beinhaltet noch ein bisschen bindegewebsunterstĂŒzendes Kollagen.
  • Kirschwasser: hab ich auch einfach gespart. Ist nicht aufgefallen 😅
  • Kirschmasse: ganz normal wie viele Rezepte, Kirschen aus dem Glas mit StĂ€rke.

Rezept glutenfreier Glyx konformer Biskuit

Danke an Steffi von KochTrotz fĂŒr das Grundrezept Biskuit glutenfrei | hell oder dunkel | einfach und gelingsicher | Schritt fĂŒr Schritt Anleitung fĂŒr die tolle Schritt fĂŒr Schritt Anleitung mit Bildern. Damit traute ich ich mal wieder an Biskuit, was ja eigentlich ganz einfach ist.

ZUTATEN DUNKLER BISKUIT:

  • 6 Eier Gr. M zimmerwarm
  • 1 PriseSalz
  • 140 g KokosblĂŒtenzucker (pulveriesiert im Mixer, ist dann wie Puderzucker!), der schmeckt etwas karamellisiert und nicht zu sĂŒĂŸ, gerade das fanden alle sehr schmackhaft!
  • 100 g Hafermehl (70 % der Mehlmenge)
  • 40 g StĂ€rke (30 % der Mehlmenge. Ja, das ist auch StĂ€rke, jedoch nur 30 %)
  • 40 g Backkakao (pur, kein „Kaba“)

ZUTATEN HELLER BISKUIT:
Die 40g Kakao (von oben) werden in Mehl umgerechnet. Um auf 180 g zu brauchen ist es dann:

  • 126 g Hafermehl
  • 54 g StĂ€rke
  • Rest wie oben

Bitte nicht machen: Kokosmehl! Ich war so im Backrausch und dachte nun verbrauche ich auch noch das Kokosmehl fĂŒr einen zusĂ€tzlichen Blechkuchen ĂĄ la SchwarzwĂ€lder Kirsch. Es wurde ein krasser Batzen – ja, ich las vorher 'Kokosmehl saugt auf' und kann es jetzt bestĂ€tigen. Ich ĂŒbte dann meine Teig-ausroll-KĂŒnste. Man konnte es essen 😉

*Insulinresistenz bedeutet, dass die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin reagieren und deshalb weniger Glukose aus dem Blut aufnehmen (der Zucker verbleibt im Blut = Blutzucker). In Folge produziert der Körper mehr Insulin, um den Blutzucker zu regulieren, was langfristig den Stoffwechsel und die BauchspeicheldrĂŒse belastet und das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes erhöht. Eine Insulinresistenz (PrĂ€diabetes) lĂ€sst sich anhand Kombination folgender Blutwerte feststellen: Glukose normal oder leicht ↑, HbA1c (Langzeitzucker) oft noch normal oder nur leicht erhöht, Triglyceride ↑, HDL (das gute Cholesterin) ↓ und optional Insulin ↑ mit HOMA-Index ↑.

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Von Naturheilpraxis Stefanie Rahner